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Struktur der Alleinerziehenden

Das Göttinger Netzwerk

Kernpunkte des Projektes

Dokumentation

 

Das Göttinger Netzwerk Chancen und Wege war Teil des Bundesprogramms " Netzwerke wirksamer Hilfen für Alleinerziehende". Ziel des Programmes war es, die Arbeits- und Lebensbedingungen für Alleinerziehende zu verbessern. In Deutschland gab es insgesamt 102 Netzwerke mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein zentraler Aspekt lag darin, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit zu verbessern. Durch die bestehenden und neu zu bildenden Netzwerke sollten vorhandene Hürden abgebaut werden, die die Chancen auf Ausbildung und Beschäftigung von Alleinerziehenden maßgeblich beeinflussen.

Darstellung der Netzwerkstandorte in Niedersachsen, Quelle: BMAS


Struktur der Alleinerziehenden im Landkreis Göttingen inkl. Stadt Göttingen im ALG II Bezug (Comp.ASS Stichtag 30.6.2011)

  • 1.430 Alleinerziehende mit 2.683 Kindern (alle Altersgruppen)
  • 1.327 Alleinerziehende (93%) sind weiblich
  • 2.182 der Kinder sind minderjährig


Die folgende Tabelle bildet die Verteilung der Alleinerziehenden im ALG II Bezug nach Standorten ab. Stichtag ist wiederum der 30.6.2011.


                  JC = Job Center


Das Göttinger Netzwerk Chancen und Wege
Der Göttinger "Runde Tisch Alleinerziehende" bildete den Kern des Netzwerkes. Vertretungen verschiedener Einrichtungen, die mit Alleinerziehenden arbeiten, sind hier auch aktuell zusammengeschlossen mit dem Ziel, die Lebensbedingungen Alleinerziehender zu verbessern.  Aus der Arbeit des "Runden Tisches Alleinerziehende" sowie der Arbeit des Fachbereiches Soziales der Stadt Göttingen haben sich zwei Kernpunkte herauskristallisiert, an denen zwei Projektgruppen arbeiteten. Darüber hinaus arbeitete das Netzwerk daran, vorhandene Hilfs- und Unterstützungsangebote für Alleinerziehende in der Stadt und im Landkreis Göttingen miteinander zu verbinden und zu Dienstleistungsketten zu entwickeln, die den komplexen Lebenslagen Alleinerziehender entsprechen. Über die kontinuierliche Mitarbeit im Netzwerk gab es eine zweite Netzwerkebene für diejenigen Mitglieder, die nicht ständig mitarbeiten, aber punktuell ihre Kompetenzen zur Verfügung stellen. Eine Art Kontrollfunktion hatte die Alleinerziehendengruppe des PETRI Hauses in Grone übernommen. Die erarbeiteten Produkte wurden dort auf ihre Praxistauglichkeit überprüft. Es besteht auch nach wie vor ein regelmäßiger Austausch, um die Nähe zwischen Netzwerkpartnern und Zielgruppe zu erhalten.


Kernpunkte des Projektes:

  1. Verwaltungsvereinfachung
    Eine Arbeitsgruppe aus Vertretungen unterschiedlicher Behörden verfolgte das Ziel, bisherige Verwaltungsabläufe im Antrags- und Verwaltungsverfahren einfacher und harmonischer zu gestalten. Alleinerziehenden soll somit die Sicherung ihrer Existenz sowie der Übergang in eine Ausbildung bzw. ein Beschäftigungsverhältnis ermöglicht werden. Anträge sollen gebündelt und Verwaltungsverfahren aufeinander abgestimmt werden.
    Gleichzeitig sollte die Einrichtung eines Internetportals und einer telefonischen Hotline dazu beitragen, Alleinerziehenden den Zugang zu Unterstützungsangeboten, Transferleistungen und Hilfeleistungen zu erleichtern. Antragsformulare sollten als Download zur Verfügung gestellt werden und somit insbesondere Alleinerziehenden aus dem Landkreis Anfahrtswege ersparen.
  2. Flexible Kinderbetreuung
    Eine zweite Arbeitsgruppe verfolgte das Ziel, Modelle flexibler Kinderbetreuung zu entwickeln, wie sie vor allem in Rand- und Ferienzeiten und an Wochenenden notwendig sind, um Alleinerziehenden ein Ausbildungs- bzw. Beschäftigungsverhältnis überhaupt zu ermöglichen. Auf diese Weise sollten den Gegebenheiten des Arbeitsmarktes entsprochen werden und die Integration in Ausbildung oder Beruf für Alleinerziehende gefördert werden.

Ergebnisse:
(Stand Dezember 2012)
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 23.9.2011 konstituierten sich die beiden Projektgruppen, an denen alle relevanten Einrichtungen beteiligt sind. In Gesprächen konnten weitere Netzwerkpartner gewonnen werden die sich, wie beschrieben, auf unterschiedliche Weisen einbringen.


Bisherige Ergebnisse der Projektgruppe Verwaltungsvereinfachung:
(Stand Dezember 2012)
Es wurde eine Projektgruppe aus Vertretungen der verschiedenen leistenden Behörden gebildet. Durch den Austausch der jeweiligen Kontaktdaten sind die Wege verkürzt worden. Viel Beachtung fanden die von der Projektgruppe jeweils für die Stadt und den Landkreis Göttingen erarbeiteten Broschüren: "Alleinerziehend? Finanzielle Leistungen im Überblick". Weiter wurde eine Reihe von Kurzschulungen zu diversen Rechtskreisen, wie z.B. Kinderzuschlag, Elterngeld, Berufsausbildungsbeihilfe etc. initiiert, die für alle Netzwerkpartner geöffnet sind und große Resonanz finden. Diese Kurzschulungen werden bis heute weiter geführt. Es wurden Mappen mit Formularen zu den zu stellenden Anträgen zusammengestellt, die bei den leistenden Stellen, aber auch Beratungsstellen vorgehalten werden. Außerdem wurde eine Hotline mit Lotsenfunktion jeweils für die Stadt als auch den Landkreis Göttingen eingerichtet.


Bisherige Ergebnisse der Projektgruppe flexible Kinderbetreuung:
(Stand Dezember 2012)
In dieser Gruppe arbeiteten Kindertagesstätten, Familienzentren, Jugendämter aber auch Arbeitgeber und sich mit dem Thema befassende andere Institutionen zusammen. Es wurde für die Teilzeitausbildung für junge Mütter ein Kinderbetreuungsmodell entwickelt, das ab 2013 umgesetzt wurde. Weiter wird an einer engeren Vernetzung von Kindertagesstätten und Tagespflegepersonen gearbeitet, um die Betreuung in Randzeiten zu verbessern. Einige Göttinger Unternehmen im Senioren- und Pflegebereich haben ein besonderes Interesse an der Einrichtung betrieblicher Kinderbetreuung bekundet. Im Ergebnis haben sich 2 Pflegeinrichtungen zusammen geschlossen und eine gemeinsame betriebliche Kindertagesstätten erreichtet, die 2014 ihren Betrieb aufgenommen hat. Es gibt weitere Kooperationen von Betrieben, die bei der Einrichtung von betrieblicher Kinderbetreuung zusammenarbeiten wollen.

 Dokumentation